Impulsvortrag „KI im Handwerk“: Mit kleinen Schritten anfangen

Wie kann Künstliche Intelligenz Handwerksbetriebe im Arbeitsalltag unterstützen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Impulsvortrags der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz und der Wirtschaftsförderung der Stadt Zweibrücken im Rahmen der Standortinitiative SüdWestPfalz zum Thema „KI im Handwerk“ am Donnerstag, 3. September 2026 im Karthaus in Zweibrücken. Benjamin Hilmer, Experte der Handwerkskammer (HWK), zeigte anhand konkreter Beispiele, wie gerade kleine und mittlere Handwerksbetriebe den Einstieg in die KI-Nutzung schaffen können.

Da viele Handwerksbetriebe mit kleinen Teams arbeiten, kann KI vor allem dort interessant sein, wo sie bei zeitaufwendigen Routineaufgaben unterstützt. Ein Beispiel ist ein intelligenter Telefonassistent: Er kann Anrufe entgegennehmen, das Anliegen des Kunden erfassen und gezielt Rückfragen stellen. So liegen bereits wichtige Informationen vor, bevor ein Mitarbeiter das persönliche Gespräch übernimmt.

Die zentrale Botschaft des Vortrags: Nicht gleich die große KI-Lösung suchen, sondern mit kleinen, überschaubaren Anwendungen beginnen. Schon mit geringem Aufwand lassen sich beispielsweise Bilder erzeugen, die Kunden eine bessere Vorstellung vom gewünschten Ergebnis vermitteln: Wie könnte die neue Haustür am eigenen Haus aussehen? Passt eine freistehende Badewanne in den Raum? Oder wie verändert eine andere Wandfarbe die Wirkung eines Zimmers?

Auch Chatbots können Handwerksbetriebe entlasten. Am Beispiel einer Schreinerei wurde gezeigt, wie Kunden rund um die Uhr erste Fragen klären und ihre Vorstellungen bereits im Vorfeld mitteilen können. Die anschließende persönliche Beratung wird dadurch nicht ersetzt, kann aber gezielter und mit geringerem Zeitaufwand stattfinden. Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten Sprachassistenten: Baustellenprotokolle diktieren, Kundentelefonate zusammenfassen oder Sicherheitsunterweisungen transkribieren – KI kann an vielen Stellen administrative Arbeit erleichtern. Bei allen Chancen dürfen jedoch die Grenzen und Risiken nicht aus dem Blick geraten. KI kann Fehler machen. Ebenso wichtig sind der Schutz von Kunden- und Unternehmensdaten sowie ein realistischer Umgang mit KI-generierten Vorschlägen. Visualisierungen dürfen beispielsweise nicht dazu führen, dass beim Kunden Erwartungen entstehen, die sich handwerklich später nicht umsetzen lassen.

Einen zweiten Einblick aus der Praxis gab Xenia Mak von Xaver Mak Metalltechnik aus Zweibrücken. Sie berichtete, wie ihr Unternehmen den Einstieg in die Nutzung von KI gefunden hat und welche Erfahrungen dabei gesammelt wurden.

Dass gerade die Verbindung von konkreten Anwendungsmöglichkeiten und einem verantwortungsvollen Umgang mit KI für Handwerksbetriebe wichtig ist, bestätigte auch Andreas Ledtermann, Metallbau Ledtermann GmbH aus Höhfröschen: „Die beiden Veranstaltungen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz zum Thema Künstliche Intelligenz waren für mich als Unternehmer im Handwerk sehr wertvoll. Besonders gut gefallen hat mir die Verbindung aus rechtssicherer Nutzung und konkreten, praxisnahen Anwendungsmöglichkeiten. Ich konnte einige neue Impulse mitnehmen, die sich tatsächlich auf den betrieblichen Alltag übertragen lassen. Gerade für Handwerksbetriebe bietet KI aus meiner Sicht enorme Chancen – umso wichtiger sind solche praxisorientierten Veranstaltungen.“ Miriam Heinrich, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz, ergänzt: „Das Thema Künstliche Intelligenz wird uns auch künftig aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschäftigen. Mit weiteren Veranstaltungen möchten wir praxisnahe Impulse geben und dazu beitragen, dass unsere Unternehmen bei diesem wichtigen Zukunftsthema am Ball bleiben.“

Das Fazit des Abends bringt zugleich die wichtigste Empfehlung für Handwerksbetriebe auf den Punkt: „Um zu gewinnen, muss man beginnen.“

Fotos: Jo Steinmetz

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Michael Wafzig, Vize-Präsident der Handwerkskammer, sprach zur Begrüßung

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Benjamin Hilmer zeigte viele Möglichkeiten auf, wie Handwerker das Thema KI angehen können.

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Ob Chatbots oder Sprachassistenten: Ki bietet vielfältige Arbeitserleichterungen im Handwerkeralltag an – aber die Risiken oder Gefahren sollten nie außer Acht gelassen werden

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Die Stimme aus der Praxis übernahm Xenia Mak von Xaver Mak Metalltechnik: sie gab Einblicke in die Handhabung von KI in ihrem Unternehmen

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V.l.n.r.: Michael Wafzig (Vize-Präsident der HWK der Pfalz), Miriam Heinrich (Geschäftsführerin der WFG Südwestpfalz), Xenia Mak (Xaver Mak Metalltechnik), Benjamin Hilmer (Referent des Abends von der HWK) und Melanie Stalter-Heyner (Wirtschaftsförderung der Stadt Zweibrücken)